Molekulare Leitungsbahn bei durch (-)-Epigallocatechin-3-Gallat-induziertem
Zellzyklusstillstand und Apoptose der Prostatakarzinomzellen
bei Menschen.
Arch Biochem Biophys 2003 Feb 1;410(1):177-85
Gupta S; Hussain T; Mukhtar H
Abteilung für Urologie, Jim & Eillen Dicke Forschungslaboratorium,
Case Western Reserve University, Das Forschungsinstitut der Universitäts-Krankenanstalten
von Cleveland, Cleveland, OH 44106, USA
Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), als Hauptpolyphenol im grünen
Tee, ist ein vielversprechendes chemopräventives Mittel.
Wir haben kürzlich aufgezeigt, dass Polyphenole des grünen
Tees eine bemerkenswerte vorbeugende Wirkung beim Prostatakrebs
in einem Maus-Modell ausübten, wobei viele dieser Wirkungseffekte
durch die Fähigkeit der Polyphenole, eine Apoptose bei
Krebszellen zu induzieren, vermittelt werden [Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 98 (2001) 10350]. An anderer Stele haben wir bereits
aufgezeigt, dass EGCG eine G0/G1-Phasenzellen-Zyklushemmung
und eine Apoptose sowohl der androgen-sensitiven LNCaP- als
auch der androgen-insensitiven DU145-Prostatakarzinomzellen
bei Menschen verursacht, und dies ungeachtet des p53-Status
[Toxicol. Appl. Pharmacol. 164 (2000) 82]. An dieser Stelle
wollen wir, was diese Wirkung betrifft, das Verständnis
auf der Molekularseite vermitteln. Wir testeten eine Hypothese,
der zufolge die durch EGCG vermittelte Wahlsteuerung des Zellzyklus
und die Apoptose über eine Modulation der Cyclin-Kinase-Inhibitor-(cki)-Cyclin-Cyclin-abhängigen
Kinase-(cdk)-Maschinerie vermittelt wird. Wie aus der Immunoblotting-Analyse
hervorgeht, führte die Behandlung von LNCaP- und DU145-Zellen
durch EGCG zu einer signifikanten Dosis und zeitabhängigen
(i) Verbesserung der Protein-Expression von WAF1/p21, KIP1/p27,
INK4a/p16 und INK4c/p18, (ii) verbunden mit einer Abwärtsmodulation
der Protein-Expression von Cyclin D1, Cyclin E, cdk2, cdk4
und cdk6, nicht jedoch Cyclin D2, (iii) dazu kam eine Verbesserung
der Bindung von Cyclin D1 in Richtung auf WAF1/p21 und KIP1/p27
und (iv) eine Abnahme bei der Bindung von Cyclin E in Richtung
auf cdk2. Zusammenfassend deuten unsere Ergebnisse darauf hin,
dass EGCG eine Induktion von G1-Phasen-ckis verursacht, was
die Cyclin-cdk-Komplexe, die in der G0/G1-Phase des Zellzyklus
tätig ist, hemmt, mit der Folge einer Unterbrechung, was
möglicherweise ein irreversibler Prozess ist, der letztendlich
zu dem apoptotischen Zelltod führt. Dies ist die erste
systematische Studie, die die Einbeziehung einer jeden Komponente
der cdk-Inhibitor-Cyclin-cdk-Maschinerie während des Stillstands
des Zellzyklus und die Apoptose der Prostatakarzinomzellen
bei Menschen durch EGCG aufzeigt. |