Das Polyphenol (-)-Epigallocatechin
3-Gallat des grünen Tees hemmt die Sekretion von MMP-2
und die MT1-MMP-gelenkte Wanderung (Migration) bei Glioblastomzellen
Biochim Biophys Acta 2002 Jan 30;1542(1-3):209-20
Annabi B; Lachambre MP; Bousquet-Gagnon N; Page M;
Gingras D; Beliveau R
Zentrum für Krebsforschung Charles-Bruneau, Hopital Ste-Justine
et Universite du Quebec a Montreal, C.P. 8888, Succ. Centre-ville, H3C
3P8, Montreal, QC, Canada.
Wir haben kürzlich aufgezeigt, dass die Polyphenole
des grünen Tees, insbesondere (-)-Epigallocatechin 3-Gallat
(EGCG), sowohl als leistungsfähige Hemmstoffe der Matrix-Metalloproteinase-Aktivitäten
als auch der proMMP-2-Aktivierung wirkten (M. Demeule, M.
Brossard, M. Page, D. Gingras, R. Beliveau, Biochim. Biophys.
Acta 1478 (2000)). Bei der hier vorgestellten Arbeit versuchten
wir, die Mitwirkung von MT1-MMP bei der EGCG-induzierten
Hemmung der proMMP-2 Aktivierung zu untersuchen. Die Inkubation
von U-87 Glioblastomzellen in Anwesenheit von Concanavalin
A oder Cytochalasin D, zwei leistungsfähigen MT1-MMP-Aktivatoren,
führte zu einer proMMP-2-Aktivierung, welche mit der
proteolytischen Prozessierung auf der Zelloberfläche
von MT1-MMP zu ihrer inaktiven 43 kDa-Form in Verbindung
gebracht wurde. Die Zugabe von EGCG hemmte in starkem Maße
die MT1-MMP-abhängige proMMP-2 Aktivierung. Der hemmende
Effekt von EGCG auf MT1-MMP wurde ebenfalls durch die nach
unten gerichtete Regulierung der Transkriptniveaus von MT1-MMP
und durch die Hemmung der MT1-MMP gelenkten Zellwanderung
von COS-7 Zellen beobachtet. Diese Beobachtungen lassen vermuten,
dass das Catechin sowohl auf die Niveaus der MT1-MMP-Gene-Expression
als auch die Protein-Expression wirken könnte. Daneben
verringerte die Behandlung der Zellen mit nicht-zytotoxischen
Dosen von EGCG signifikant die Menge an abgesondertem MMP-2
und führte zu einer begleitenden Erhöhung des intrazellulären
Niveaus dieses Proteins. Dieser Effekt ähnelte dem,
der bei der Benutzung gut charakterisierter Sekretionsinhibitoren,
wie z.B. Brefeldin A und Manumycin, beobachtet wurde. Er
gibt Anlass zu der Vermutung, dass EGCG potentiell auch auf
intrazelluläre sekretorische Wege wirken könnte.
Insgesamt gesehen sind diese Ergebnisse ein Beweis dafür,
dass EGCG auf multiple MMP-vermittelte Zellvorgänge
bei Krebszellen zielt und einen neuen Mechanismus für
die krebsbekämpfenden Eigenschaften dieses Moleküls
bereitstellt. |