Wirkungen von Epigallocatechin-3-Gallat auf
das Wachstum, die epidermalen wachstumsfaktor-rezeptor-signalisierenden
Wege, die Gen-Expression und die Chemosensitivität in
squamösen Zellkarzinom-Zelllinien im Kopf und Nacken des
Menschen.
Clin Cancer Res 2001 Dec; 7 (12): 4220-9
Masuda M; Suzui M; Weinstein IB
Herbert Irving-Krebszentrum der Columbia University, College of Physicians
and Surgeons, 701 West 168 th Street, New York, NY 10032-2704, USA.
Die Antitumorwirkungen der Grünen-Tee-Verbindung Epigallocatechin-3-Gallat
(EGCG) wurden früher bei squamösen Zellkarzinom-(HNSCC)-Zellen
in Kopf und Nacken nicht im Detail untersucht. Eine Überexpression
des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) kommt häufig
in HNSCC vor, welches ein der Prognose entgegenstehender Faktor
ist. Deshalb untersuchten wir im Einzelnen die molekularen
Wirkungen von EGCG auf zwei menschliche HNSCC-Zelllinien, YCU-N861
und YCU-H891, mit dem Hauptaugenmerk auf den EGFR-Signalisierweg.
Die 70%-ige letale Dosis (IC(70)) von EGCG für beide Zelllinien
belief sich auf 10 microg/ml. Die Behandlung mit EGCG erhöhte
das Verhältnis der Zellen in der G(1)-Phase des Zellzyklus
und induzierte die Apoptose. In mit EGCG behandelten Zellen
kam es zu einer Abnahme in dem Cyclin-D1-Protein, einer Zunahme
bei den p21(Cip1) und p27(Kip1)-Proteinen und zu einer Verringerung
in der hyperphosphorylierten Form von pRB, Veränderungen,
die möglicherweise für den Stillstand in G(1) sprechen.
EGCG verursachte auch eine Abnahme bei den BcI-2 und BcI-X(L)-Proteinen
sowie eine Zunahme beim Bax-Protein und einer Aktivierung der
Caspase 9, was darauf hindeutet, dass EGCG die Apoptose auslöst.
Die Behandlung mit EGCG hemmt die Phosphorylierung des EGFR,
Signalwandler und des Aktivators von Transkription3 (Stat3)
sowie des extrazellulär regulierten Kinase (ERK)-Proteins,
und es hemmt auch die basale und transformierende wachstumsfaktor-alpha-stimulierte
c-fos und Cyclin-D1-Promoter-Aktivität. EGCG von 0,1 microg/ml
(einer Konzentration, die man im Serum nach oraler Verabreichung
fand) begünstigte in markanter Weise die wachstumshemmenden
Wirkungen von 5-fluorouracil. Zusammengenommen ermöglichen
diese Feststellungen einen Einblick in die molekularen Mechanismen
der Wachstumshemmung durch EGCG und deuten darauf hin, dass
diese in der Natur vorkommende Verbindung von Nutzen sein kann,
wenn sie allein oder in Verbindung mit anderen Agenzien bei
der Chemoprophylaxe bzw. der Behandlung von HNSCC eingesetzt
wird. |