Catechine des grünen Tees als neue, tumorbekämpfende
und antiangiogene Stoffe
Curr Med Chem Anti-Canc Agents Juli 2002; 2(4):
441-63
Demeule M.; Michaud-Levesque J.; Annabi B.; Gingras
D.; Boivin D.; Jodoin J.; Lamy S.; Bertrand Y.; Beliveau
R.
Laboratoire de Medecine Moleculaire, UQAM-Hospital Sainte-Justine, Montreal,
Kanada.
Das Konzept der Krebsprävention durch Verwendung natürlich
vorkommender Stoffe, die in die Ernährung mit eingebunden
werden können, wird als praktischer Ansatz zur Senkung
der Neuerkrankungen von Krebs und damit der mit dieser Krankheit
in Zusammenhang stehenden Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit
untersucht. Tee, das am häufigsten getrunkene Getränk
neben Wasser, ist mit einem verminderten Risiko bei verschiedenen
proliferativen Krankheiten, wie z.B. Krebs und Atherosklerose,
beim Menschen in Verbindung gebracht worden. Verschiedene Studien
haben den Nachweis erbracht, dass Polyphenole die stärksten
Wirkstoffe in grünem Tee sind. Die Phenole des grünen
Tees (GTP) bestehen hauptsächlich aus Catechinen (3-Flavanole),
von denen (-)-Epigallocatechin-Gallat am häufigsten vorkommt
und am weitesten erforscht ist. Jüngste Beobachtungen
haben die Möglichkeit aufgezeigt, dass die Catechine des
grünen Tees, zusätzlich zu ihren antioxidativen Eigenschaften,
auch die an der Angiogenese beteiligten Molekularmechanismen,
den extrazellulären Matrixabbau, die Regulierung des Zelltodes
und die Medikamentenresistenz beeinflussen. Der vorliegende
Artikel untersucht die Auswirkungen und die biologische Wirkung
der Catechine des grünen Tees in Bezug auf die genannten
Mechanismen, von denen jeder eine wichtige Rolle bei der Entstehung
von Krebs beim Menschen spielt. Die Extraktion von Polyphenolen
aus dem grünen Tee sowie ihre Bioverfügbarkeit werden
ebenfalls diskutiert, da diese beiden wichtigen Parameter die
Blut- und Gewebekonzentrationen der Polyphenole des grünen
Tees und demzufolge ihre biologische Wirkung beeinflussen.
Darüber hinaus werden die allgemeinen Aussichten der Anwendung
von mit der Nahrung aufgenommenen Polyphenolen des grünen
Tees als neues antiangiogenes und tumorbekämpfendes Mittel
vorgestellt. |