Der Grüne-Tee-Extrakt verringert die karzinogen-induzierte
Mammakrebslast in Ratten und die Stärke der Brustkrebs-Zellenproliferation
in der Kultur.
J Cell Biochem 2001; 82 (3): 387-98
Kavanagh KT; Hafer LJ; Kim DW; Mann KK; Sherr DH; Rogers
AE; Sonenshein GE
Abteilung für Pathologie und Labormedizin, Boston University School
of Medicine, Boston, Massachusetts 02118, USA.
Epidemiologische Nachweise deuten darauf hin, dass Tee (Camellia
sinensis L.) chemoprophylaktische Wirkungen gegen verschiedene
Tumore hat. Grüner Tee enthält zahlreiche Polyphenole,
so auch Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), das eine antioxidative
Wirkung hat. Eine Reduzierung der chemisch induzierten Brustdrüsen-Karzinogenese
durch grünen Tee in einem karzinogen-induzierten Rattenmodell
wurde bisher vorgeschlagen, doch die Ergebnisse waren statistisch
nicht signifikant. Hier haben wir die Wirkungen des grünen
Tees auf die Mammatumorgenese getestet, und zwar auf der Basis
des Rattenmodells 7,12-dimethylbenz(a)anathrazen (DMBA) Sprague-Dawley
(S-D). Wir berichten, dass der grüne Tee die mittlere
Latenz gegenüber dem ersten Tumor signifikant erhöhte
und sich die Tumorbelastung sowie eine Reihe von invasiven
Tumoren pro befallenem Tier verringerte, auch wenn bei den
weiblichen Ratten die Zahl der Tumore nicht beeinflusst wurde.
Darüber hinaus zeigen wir auf, dass die Proliferation
bzw. Lebensfähigkeit von östrogen-rezeptornegativen
Brustkrebs-Zellinien Hs578T und MDA-MB-231 in der Kultur durch
eine Behandlung mit EGCG verringert wurde. Ähnliche, negative
Wirkungen auf die Proliferation wurden bei der durch DMBA-transformierten
D3-1-Zellinie festgestellt. Die Wachstumsinhibition von Hs578T-Zellen
stand in Verbindung mit der Induktion der p27(Kip1) cylin-abhängigen
Kinase-Inhibitor-(CKI)-Expression. Hs578T-Zellen, als Ausdruck
hoher Anteile von p27(Kip1)-Protein aufgrund einer stabilen
ektopischen Expression, zeigten einen vermehrten G1-Stillstand.
Grüner Tee hatte somit signifikante, chemoprophylaktische
Wirkungen auf die karzinogen-induzierte Mammatumorgenese in
weiblichen S-D-Ratten. In der Kultur wurde die Inhibition der
Proliferation menschlicher Brustkrebszellen durch EGCG zum
Teil über die Induktion von p27(Kip1) CKI vermittelt. |