Epigallocatechin-3-Gallat verringert die VEGF-Produktion
in Kopf-, Hals- und Brustkarzinomzellen durch Inhibition EGFR-verwandter
Wege der Signalumwandlung.
J Exp Ther Oncol 2002 Nov-Dec: 2(6): 350-9
Masuda M; Suzui M; Lim JT; Deguchi A; Soh JW; Weinstein
IB
Herbert-Irving-Vollkrebszentrum, College für Ärzte und Chirurgen,
Columbia University, HHSC-1509, 701 W 168 th Street, New York, NY 10032,
USA
In einer kürzlich durchgeführten Studie mit Plattenepithel-Karzinomzellen
(HNSCC) in Kopf und Nacken stellten wir fest, dass Epigallocatechin-3-Gallat
(EGCG) als biologischer hauptaktiver Bestandteil grünen
Tees, die Aktivierung des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors
(EGFR) und der damit zusammenhängenden Signalwege hemmte.
Da die Aktivierung von EGFR-Signalwegen mit der Angiogenese
zusammenhängt, untersuchten wir die Auswirkungen von EGCG
auf die Produktion vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktoren
(VEGF) durch YCU-H891 HNSCC und MDA-MB-231 Brustkarzinom-Zellinien,
weil wir herausgefunden hatten, dass diese beiden Zellinien
eine autokrine Aktivierung in der Umwandlung der Wachstumsfaktor-Alpha
(TGF-alpha)/EGFR-Signalisierung bewirkt und hohe Anteile von
VEGF produziert. Die Behandlung mit EGCG hemmte die konstitutionelle
Aktivierung des EGFR, Stat3 und Akt in beiden Zellinien. Diese
Veränderungen standen in Zusammenhang mit der Hemmung
der VEGF-Promotertätigkeit und der Zellproduktion von
VGEF. Mechanistische Studien wiesen darauf hin, dass die Hemmung
von Stat3, nicht jedoch der mitogen-aktivierten Proteinkinase
(MEK)1 oder Phosphatidylinositol-3'-Kinase (PI3K) die VEGF-Promotertätigkeit
signifikant verringerte. Die hemmenden Wirkungen eines dominanten
negativen Stat3 auf die VEGF-Expression waren jedoch nicht
so stark wie die durch EGCG. Eine Analyse alternativer Wege
zeigte auf, dass EGCG die konstitutionelle Aktivierung von
NF-kappa B in beiden Zellinien stark hemmte, und dass ein NF-kappa-B-Inhibitor
die VEGF-Produktion stark hemmte. Diese Ergebnisse deuten darauf
hin, dass EGCG die VEGF-Produktion inhibiert, indem es sowohl
die konstitutionelle Aktivierung von Stat3 als auch von NF-kappa
B inhibiert, nicht jedoch die extrazelluläre signalrelevante
Kinase (ERK) oder Akt in diesen Zellen. Deshalb kann EGCG bei
der Behandlung von HNSCC und des Brustkarzinoms von Nutzen
sein, weil es sowohl antiproliferative als auch anti-angiogene
Aktivitäten ausübt. |