Wachstumshemmung, Zellzyklus-Fehlregulierung
und die Induktion von Apoptose durch den Bestandteil des grünen
Tees (-)-Epigallocatechin-3-Gallat in androgen-sensitiven und
androgen-resistenten Prostatakarzinomzellen bei Menschen.
Toxicol Appl Pharmacol 2000 Apr 1;164(1):82-90
Gupta S; Ahmad N; Nieminen AL; Mukhtar H
Abteilung für Dermatologie, Abteilung für Anatomie, Case Western
Reserve University, 11100 Euclid Avenue, Cleveland, Ohio 44106, USA.
Prostatakrebs (PCA) ist der am häufigsten diagnostizierte
Krebs und steht an zweiter Stelle der durch Krebs verursachten
Todesfälle bei Männern in den Vereinigten Staaten.
Beschreibende epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass
Androgene und Umwelteinflüsse eine wesentliche Rolle bei
der Prostata-Karzinogenese spielen. Da die Androgen-Wirkung
eng mit der Proliferation und Differenzierung in Zusammenhang
steht, zeigten sich zum Zeitpunkt der klinischen Diagnose bei
Menschen die meisten PCA selbst als eine Mischung aus androgen-sensitiven
und androgen-resistenten Zellen. Androgen-sensitive Zellen
erleben eine schnelle Apoptose auf einen androgenen Abzug.
Auf der anderen Seite erfahren die androgen-resistenten Zellen
keine Apoptose nach einer Androgen-Blockierung, behalten jedoch
die molekulare Maschinerie der Apoptose bei. Somit sind die
Wirkstoffe, die in der Lage sind, das Wachstum zu hemmen bzw.
die Apoptose sowohl bei androgen-sensitiven als auch androgen-resistenten
Zellen zu induzieren, nützlich im Hinblick auf die Behandlung
von PCA. In der vorliegenden Studie zeigen wir auf, dass das
(-)-Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG) als wichtigster Polyphenolbestandteil
im grünen Tee antiproliferative Wirkungen sowohl gegen
androgen-sensitive als auch gegen androgen-resistente PCA-Zellen
bei Menschen aufweist, und dass dieser Effekt durch eine Deregulation
im Zellzyklus und der Auslösung der Apoptose vermittelt
wird. Die Behandlung mit EGCG erwies sich als eine dosierungsabhängige
Inhibition des Zellwachstums sowohl bei den androgen-resistenten
DU145 als auch bei den androgen-sensitiven LNCaP-Zellen. Bei
beiden Zelltypen führte die Behandlung mit EGCG auch zu
einer dosierungsabhängigen Hemmung der G(0)/G(1)-Phase
des Zellzyklus, wie dies durch eine DNA-Zellzyklus-Analyse
festgestellt worden ist. Wie durch die DNA-Leiter-Analyse,
durch die konfokale Mikroskopie und die Fließzytometrie
ersichtlich, führte die Behandlung sowohl der DU145 als
auch der LNCaP-Zellen durch EGCG zu einer dosierungsabhängigen
Apoptose. Die Western-Blotting-Analyse zeigte, dass eine Behandlung
mit EGCG zu folgendem führte: (i) einer von der Dosierung
abhängigen Zunahme von p53 in LNCaP-Zellen (mit dem natürlichen
Typ p53), aber nicht in DU145-Zellen (mit dem Mutanten p53),
und (ii) der Auslösung des Zyklinkinase-Inhibitors WAF1/p21
in beiden Zelltypen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass
EGCG negativ das PCA-Zellwachstum moduliert, indem es sowohl
die Mitogenese beeinflusst wie die Apoptose induziert, und
dies in einer Zelltyp-spezifischen Art und Weise, die durch
einen durch WAF1/p21 herbeigeführten Zellzyklus-Stopp
der G(0)/G(1)-Phase vermittelt werden kann, ungeachtet der
Androgen-Assoziation oder des p53-Status der Zellen. |