Polyphenole des grünen Tees verursachen
in Tumorzellen unterschiedliche oxidative Milieus gegenüber
normalen Epithelialzellen
Yamamoto T, Hsu S, Lewis J, Wataha J, Dickinson D, Singh
B, Bollag WB, Lockwood P, Ueta E, Osaki T, Schuster G.
Kochi Medical School, Japan.
Die Polyphenole des grünen Tees (GTPPs) werden als
vorteilhaft für die menschliche Gesundheit, besonders
als chemopräventive Wirkstoffe angesehen. Vor kurzem
wurden zytotoxische reaktive Sauerstoffarten (ROS; Anm.:
= freie Radikale) in Zellkulturen von Tumorzellen und bestimmten
normalen Zellkulturen identifiziert, die mit hohen Konzentrationen
des am weitesten verbreiteten GTPP, dem (-)-Epigallocatechin-3-Gallat
(EGCG) inkubiert wurden. Wenn EGCG ebenfalls die Produktion
von ROS in normalen Epithelialzellen hervorruft, kann dies
einer örtlichen Verwendung von EGCG in höheren
Dosen entgegenstehen. Die jetzige Studie untersuchte den
oxidativen Zustand von normalen Epithelialzellen, normalen
Speicheldrüsenzellen und Karzinomzellen des Mundes,
die mit EGCG behandelt wurden. Dazu wurden ROS gemessen sowie
die Aktivitäten der Katalase und Superoxid-Dismutase
bestimmt. Die Ergebnisse zeigten, dass hohe Konzentrationen
von EGCG nur in Tumorzellen oxidativen Stress hervorriefen.
Im Gegensatz dazu reduzierte EGCG in normalen Zellen ROS
auf ein niedriges Niveau. Daten aus Versuchen mit 3-(4,5-Dimethylthiazol-2-yl)-2,5-Diphenyltetrazoliumbromid
und der Inkorporation von 5-Bromodeoxyuridin wurden
ebenso zwischen den beiden mit EGCG behandelten Karzinom-Zelllinien
verglichen. Die Ergebnisse geben zur Vermutung Anlass, dass
eine unterschiedliche Höhe der Katalaseaktivität
der Zellen eine bedeutende Rolle bei der Verringerung von
oxidativem Stress spielen kann, der durch EGCG in Tumorzellen
hervorgerufen wird. Die Schlussfolgerung lautet, dass durch
GTPPs oder EGCG aktivierte Abläufe unterschiedliche
oxidative Milieus in normalen Epithelialzellen bzw. Tumorzellen
schaffen und dadurch entweder das Überleben normaler
Zellen oder die Zerstörung von Tumorzellen begünstigen.
Diese Erkenntnis kann zu Anwendungen von natürlich vorkommenden
Polyphenolen führen, die die Wirksamkeit der Chemo-
bzw. Strahlentherapie erhöhen, um so den Tod von Krebszellen
zu fördern, während normale Zellen geschützt
werden. |