Stellungnahme
Zum Ableben des Kindes Dominik Feld möchte ich folgende medizinische und fachärztliche Stellungnahme abgeben:
8. November
2004 — Als
begleitender Facharzt und Humanmediziner habe ich die letzten Wochen
im Leben des Dominik in seiner Nähe und mit intensiven Gesprächen mit seinen behandelnden Ärzten
mit erlebt.
Der Tod des neunjährigen Kindes ist durch eine cardiale Dekompensation infolge eines Pericardergusses (Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel) sowie durch eine Verdrängung des gesamten Mediastinums einschließlich
des Herzens auf die rechte pulmonale Seite erfolgt.
In
ausführlicher Kenntnis des langen und gesamten Krankheitsverlaufes mit Operation eines Osteosarkoms einschließlich der danach erfolgten Chemotherapie mit Abbruch der klassischen und üblichen humanmedizinischen und onkologischen Therapie durch die Eltern infolge einer absoluten Unverträglichkeit und Reduzierung der allgemeinen Symptome bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes sowie Beginn einer komplementär-onkologischen Therapie mit Vitaminen bzw. Zellvitalstoffen einschließlich Polyphenolen sowie essentiellen Aminosäuren ergab eine mehr als ungewöhnliche Besserung und Normalisierung des Zustandes des Kindes, die zu einem fast normalen Lebensrhythmus führte.
Durch ein Trauma im
Schädelbereich (Fußball) im Mai d. J. trat eine Wendung ein, die zu einer tragischen Zäsur führte. Durch das subdurale Hämatom, welches als eine der typischen Komplikationen eingetreten war, erfolgte eine Trepanation mit Ausräumung des Hämatoms
in typischer Weise. Dabei war bemerkenswert, dass dies fachlich und
medizinisch als blutende Metastase interpretiert wurde, obwohl ich
patho-histologisch keinerlei Beweis gesehen habe.
In Folge einer schweren
Lungenentzündung kam es zu einem Erguss im Brustfellbereich, der punktiert und mehr als 2 Liter Flüssigkeit dabei entfernt wurde, die keinerlei Tumorzellen bzw. Osteosarkomzellen enthielten. Bei dieser Punktion wurde die Lunge verletzt, so dass sie kollabierte, welches sich zurückblickend als entscheidendes Ereignis für
den weiteren Verlauf herausstellen sollte.
Ohne Schmerzen zu haben
sollte eine Schmerztherapie (Morphin) bei einem angeblichen
finalen Tumorstadium begonnen werden. Daraufhin wurde Dominik
auf Veranlassung der Eltern dann Ende August d. J. in einem mehr
als desolaten Zustand in eine alternative Klinik in Deutschland
verlegt und durch Infusionen mit Eiweiß und Blut besserte sich der Zustand.
Die dann dort
erfolgten Röntgen- und Computertomografie-Aufnahmen der Lunge am 6.September d. J. zeigten plötzlich
eine totale Verschattung der linken Thoraxseite, die von den dort behandelnden
Medizinern als Tumor- bzw. explodierende Metastase gedeutet wurde.
Die Leitung der alternativen
Klinik Deutschland verweigerte daraufhin die weitere Behandlung
des Kindes.
Danach kam es zu einer
Verlegung in eine der wenigen komplementär-medizinischen
Kliniken in Nordamerika.
Bei dem wochenlangen
Aufenthalt besserte sich der Zustand teilweise soweit, dass Dominik
zeitweise einige Stunden am Strand sein konnte (außerhalb der Klinik). Auffällig war, dass trotz dieser Behandlung die cardiale und pulmonale Situation sich nicht besserte und sich bei den Kontrolluntersuchungen trotz teilweiser normaler Blutwerte die Sauerstoffsituation und die Belüftung des verbliebenden Lungenabschnittes rechts zu einer Beeinträchtigung der Beatmung führte
und nachweislich ein Pericarderguss auftrat. Bei den zwischenzeitlich
erfolgten computertomografischen bzw. sonografischen und normalen Röntgenaufnahmen ergab sich bei genauer Inspektion die Frage eines intrathorakalen Hämatoms mit zentraler Flüssigkeitsansammlung.
Nach intensiven Gesprächen und Diskussionen und Abwägung der Risiken sowie der Interpretation des Verlaufes bei Dominik entschloss ich mich nach Absprache mit den Pädiatern, Onkologen, Radiologen, Internisten und Kinderchirurgen eine Punktion der linken Lunge durchführen zu lassen. Ziel war die Entlastung des Herzens und der rechten Lunge bei den zwischenzeitlich aufgetretenen Blutdruckkrisen und Tachycardien sowie bei der bekannten Sauerstoff-Problematik der eingeschränkten Belüftung der Lunge (rechts). Dies wurde in örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei der erfolgten Punktion, die Dominik gut überstand,
fand sich unter Begleitung und in Gegenwart aller Mediziner und meiner
Person typisches altes Koagel (altes Blut) und keinerlei Gewebe. Es
zeigte sich, dass sich die linke Lunge nach der Pleurapunktion im August
nicht entfaltet hatte.
Nach der erneuten Punktion
der linken Thoraxregion von hinten wurde zwei Tage später erneut eine Punktion der Pleurahöhle von vorn
durchgeführt zur Anlage einer Bülaudrainage. Dies geschah
in Anwesenheit der Eltern und auch nach Angaben des Abschlussberichtes
der Klinik vom 15.09.2004.
In den Tagen danach,
nach der jetzt durchgeführten Punktion, konnte durch ständige Absaugung (mittels Unterdruck) durch den fixierten Katheder eine große Menge an altem Blut und z. T. seröser blutiger Flüssigkeit als Zeichen eines vorhandenen Hämatoms
abgesaugt werden.
Die histologische Untersuchung
der Drainageflüssigkeit ergab als Ergebnis kein tumoröses
Geschehen, noch eine Metastase.
Das Ableben von Dominik
erfolgte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch
ein primäres Herzversagen infolge des Pericardergusses, der sich nicht zurückgebildet hatte. Dieser Pericarderguss hatte sich im Rahmen der ständig zunehmenden Komprimierung des Brustraumes und des Herzens auf Grund des massiven intrathorakalen Hämatoms (Bluterguss im Brustraum) gebildet. Als entscheidendes Ereignis für den tödlichen Verlauf ist nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen und den Befunden, der im August d. J. ärztlicherseits verursachten Kollaps der linken Lunge mit anschließender Einblutung in den gesamten linken Thorax zu sehen. Die Folge war eine irreparable Schädigung
der cardialen und pulmonalen Vitalfunktionen.
Die
Befunde des thorakalen Eingriffes vom
25. Oktober 2004 als auch die anschließende histologische Analyse schließen eine Malignität
und damit eine Lungenmetastase als Todesursache aus.
Dr. Gerd Hadrich |