Eine kurzfristige Supplementierung
mit hohen Dosen von Vitamin E erhöht die Produktion
der T1-Helfer-Zytokine bei Patienten mit fortgeschrittenem
Kolorektalkrebs
Clin Cancer Res 2002 Jun; 8 (6): 1772-8
Malmberg KJ; Lenkei R; Petersson M; Ohlum T; Ichihara
F; Glimelius B; Frodin JE; Masucci G; Kiessling R
Krebszentrum Karolinska, Labor für Immun- und Gentherapie, Abteilung für
Onkologie und Pathologie, Karolinska Institut, S-17176 Stockholm, Schweden.
ZWECK: Patienten mit fortgeschrittenem Krebs weisen zahlreiche
Schwächen in ihrem Immunsystem auf, die wahrscheinlich
zu einer vermehrten Anfälligkeit für Infektionen
und Fortschreiten von Erkrankungen beitragen und eine Barriere
gegenüber immuntherapeutischen Maßnahmen bedeuten.
Ein chronisch entzündlicher Zustand, in Verbindung mit
erhöhtem oxidativem Stress, wurde als einer der verantwortlichen
Mechanismen für die tumorinduzierte Immununterdrückung
angenommen. Wir nahmen daher an, dass eine Ergänzung
mit dem antioxidativen Vitamin E die Immunfunktion bei Patienten
mit fortgeschrittenem Krebs verbessern könnte.
ANORDNUNG DES EXPERIMENTS: Diese Hypothese wurde bei zwölf Patienten mit
kolorektalem Krebs (Dukes' C und D) getestet, die vor Beginn einer Chemo- oder
Strahlentherapie über 2 Wochen eine Tagesdosis von 750 mg Vitamin E erhielten.
ERGEBNISSE: Eine kurzfristige Ergänzung mit hochdosiertem Vitamin E führt
zu einem gesteigerten CD4 -/CD8 - Verhältnis und zu einer verbesserten
Kapazität der T-Zellen im Hinblick auf die Produktion der T1-Helfer-Zytokine
Interleukin 2 und IFN-Gamma. Bei 10 von 12 Patienten konnte nach 2 Wochen der
Vitamin-E-Gabe eine Zunahme von 10% oder mehr (im Durchschnitt 22%) bei der
Zahl von Interleukin-2- produzierenden T-Zellen festgestellt werden, verglichen
mit Blutmonozytproben, die vor der Behandlung verabreicht worden waren (P =
0,02). Interessanterweise gab es hier offensichtlich eine stärkere stimulierende
Wirkung durch das Vitamin E auf (CD4rRA(+)) T-Helfer-Zellen, verglichen mit
T-Gedächtnis-Zellen.
SCHLUSSFOLGERUNGEN: Vitamin E kann dazu verwendet werden, die Immunfunktionen
bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zu verbessern, und zwar als Ergänzung
zu spezifischeren Immunförderungsmaßnahmen. |