Hochdosierte Vitamine
bei Blasenkrebs: Eine klinische Doppelblindstudie.
J Urol 1994 Jan; 151(1):21-6
Lamm DL; Riggs DR; Shriver JS; van Gilder PF; Rach JF;
De Haven JL
Abteilung für Urologie, Universität für Medizin von Westvirginia,
Morgantown.
Epidemiologische und Laborstudien lassen darauf schließen,
dass Vitaminergänzungen hilfreich bei der Verhinderung
bestimmter Krebsarten sein können. Allerdings konnten
klinische Studien bis heute keinen Schutz durch natürlich
vorkommende Vitamine nachweisen. Ohne Begründung der viel
beworbenen Vorteile von Vitaminen haben nur wenige der mit
Krebspatienten arbeitenden Ärzte ihre Anwendung empfohlen.
65 Patienten, bei denen durch Biopsie ein transitorisches Zellkarzinom
der Blase nachgewiesen war und die an einer randomisierten
Vergleichsstudie zum intravesikalen Bazillus Calmette-Guerin
(BCG) mit und ohne perkutane Verabreichung teilnahmen, wurden
ebenfalls durch Randomisierung mittels geschlossenen Umschlags
einer Therapie mit mehreren Vitaminen bei empfohlener Tagesdosis
(RDA) vs. RDA von Multivitaminen plus 40.000 Einheiten Vitamin
A, 100 mg Vitamin B6, 2000 mg Vitamin C, 400 Einheiten Vitamin
E und 90 mg Zink zugeteilt. Die Zugabe von perkutanem BCG konnte
nicht signifikant das Tumorrezidiv verringern, allerdings war
ein Rezidiv nach 10 Monaten erheblich bei jenen Patienten verringert,
die hochdosierte Vitamine erhielten. Die Fünfjahresschätzung
des Tumorrezidivs betrug 91% im RDA-Arm und 41% im hochdosierten
Zweig (p=0,0014, Mantel-Cox). Das Gesamtrezidiv lag bei 24
von 30 Patienten (80%) im RDA-Arm und 14 von 35 (40%) im hochdosierten
Arm (p=0,0011, zweigeteilter exakter Fisher-Test). Hochdosiertes
Vitamin A, B6 und E plus Zink verringert das Blasentumorrezidiv
bei Patienten, die eine BCG Immuntherapie erhalten. Weitere
Studien sind erforderlich, um die Stoffe zu identifizieren,
die für diesen Schutz verantwortlich sind. |